irgendwann vor zwei wochen habe ich mal festgestellt, dass ich mich irgendwie doch mit den falschen kartenspielen beschäftige. bridge ist für mich momentan zeitlich einfach nicht zu schaffen, vor allem, weil ich die kurstermine quasi jede woche ausfallen lassen musste. da habe ich dann auch vor vier wochen erst mal die reißleine gezogen und den kurs gecancelt. jetzt muss ich mir das ganze im urlaub mal selbst beibringen.
das andere kartenspiel, über das ich hier ja nicht mehr schreiben darf, hat mich in letzter zeit mehr wütend denn glücklich gestimmt und muss nun auch eine drastische aufmerksamkeitskürzung erfahren. wenigstens habe ich es geschafft, mein rebellendeck zwei bis drei leuten für die pro tour hollywood in die hand zu drücken. ansonsten bin ich momentan als 104. in deutschland genau nicht qualifiziert für die dm und muss mir echt überlegen, wieviel mir diese quali überhaupt bedeutet.
aber dann gibt es ja noch den ehemaligen retter langweiliger ba-vorlesungen: poker! irgendwann in der letzten woche juckte es mir mal wieder in den fingern und ich hielt ausschau nach irgendwelchen zufälligen kneipenturnieren, bei denen man immer so schön abgezogen wird (20 euro buyin, einer von 300 kriegt nen fernseher). gefunden habe ich dann hansepoker.com, die gestern gleich zwei turniere veranstalteten.
das eine schien mir dabei noch unattraktiver als das durchschnittliche flatscreen-event, schließlich bestand der hauptpreis bei 15 euro buyin aus einem 55 euro buyin fürs casino. hm. platz zwei und drei wurden mit einem media-markt-gutschein in höhe von 30 bzw. 20 euro versorgt, alle danach gingen leer aus (okay, pokale und so gabs auch noch).
das andere event hatte jedoch vor allem einen pluspunkt zu bieten: 0 euro buyin. nix, nada, null. als preise wurden pokale für platz eins bis fünf sowie “weitere gewinne” ausgelobt. klingt gut, bin ich dabei. stattgefunden hat das ganze in der staev hamburg - übrigens vermutlich die beste location für kölsch- und currywurstliebhaber hier in der stadt. neben mir fanden sich noch 44 andere leute ein, gestartet wurde mit 3000 chips und 25/50 blinds, die sich dann im 12-minuten-takt verdoppelten.
nachdem ich die ersten zehn, fünfzehn leute hinter mir gelassen hatte und noch ordentlich chips am start, dachte ich mir, dass das mit dem final table ja gar nicht mehr so schwer sein dürfte. aber dann das unnötigste: ich bin im big blind, alle außer small blind folden, der raist um bb, ich reraise ihn mit pocket fives all-in, denke mir, dass er es ja offensichtlich callen muss, weil es ihn noch seine 400 letzten chips bei einer pot size von 6000 kostet. aber er muss erst noch endlos nachdenken, dooferweise reveale ich schon meine karten und werde damit autogefoldet. nice. einfach mal so 3000 chips verschenkt und ihn im turnier gelassen, aber dann direkt mit der nächsten hand fast alles wieder zurückgeholt. irgendwann waren nur noch zwei halbvolle tische übrig und ich war mit ordentlich chips nur noch 2-3 leute weg vom final table. zwei davon habe ich dann selbst gekickt und schon war ich mit einem ordentlichen stack unter den letzten zehn.
und da lief es dann echt wie am schnürchen. allein zwei mal asse, dazu immer mal wieder tt, aks und ähnlich ordentliche hände. und wie das bei so events nun mal immer ist, ist der final table mit 15000/30000 blinds eher glücksspiel als alles andere. tja und schon war das event nach dreieinhalb stunden rum und gewonnen hat wer? ich natürlich, sonst würde ich wohl kaum so viel drüber schreiben.
dafür gab es dann einen flatscreen-tv, einen grill, einen bierfaßkühler und nen pokerkoffer. naja oder vielleicht auch nur eine medaille, einen pokal und ein pokerroyale.com-hemd. aber einem geschenkten maul schaut man ja nicht sonst wo hin. außerdem hat es mal wieder unendlich spaß gemacht, ein paar karten in der hand zu haben und mit chips um sich zu werfen. gerne mehr davon.
p.s.: dass ich gerade über dieses ja doch relativ unbedeutende event 399302 seiten geschrieben habe, zeigt mir, dass es wirklich toll war!